Vergesst Sport. Vergesst „gesunde Ernährung“. Vergesst Ernährungswissenschaft. It’s all genetics, Baby!

Sport treiben, du sollst.

Gesund ernähren, du dich sollst.

Damit du länger lebst und dabei gesund bleibst.

Damit du deiner Krankenkasse nicht so lange auf der Tasche liegst.

Weil irgendwer da irgendwas herausgefunden zu haben glaubt.

Aber wisst ihr was: Das ist alles Bullshit!

Vergesst Ernährungswissenschaft. Alles, was die Ernährungswissenschaft herausgefunden zu haben glaubt, ist nicht mehr als heiße Luft. Wer das sagt? Na, die Ernährungswissenschaftler selbst.

Was das Problem ist? Die Ernährungswissenschaft ist (bislang) beobachtungsbasiert. Man beobachtet eine größere Anzahl Leute und schließt von deren Essverhalten auf ihre Lebenserwartung, BMI, Glücksgefühl usw.:

Das Problem bei allen Ernährungsstudien ist die Methodik.[..] Die einzige wirklich gute Studie, mit einer großen Teilnehmerzahl und über acht Jahre hinweg, hat ergeben, dass es völlig egal ist, wie sich die Probanden ernährt haben. Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes – alles gleich. Gerade bei den ernährungsmedizinischen Fragen sind die meisten Studien einfach Wissenschaftsmüll.

Dass beobachtungsbasierte Studien Schwachsinn sind, beweisen die Schweizer: Sie haben den niedrigsten BMI, die höchste Lebenserwartung, die meisten Nobelpreise pro 10 Millionen Einwohner etc., weil sie am meisten Schokolade essen.

Laut beobachtungsbasierter Studie.

„Gesunde Ernährung“? Niemand weiß, was das ist. Zumindest nicht die Leute, die es wissen sollten.

Gemüse und Obst sind gesund? Fünf-am-Tag? Nö. Kriegt ihr bloß Scheißerei von:

Die seit Jahren wiederholte Empfehlung der deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der jeweils amtierenden Verbraucherschutzministerin fünf Portionen Obst und Gemüse zu verzehren – einschlägig bekannt auch als IN FORM oder 5-am-Tag – mehr geschadet als genutzt.[..] Offensichtlich hat der staatliche Aufruf zu mehr Obst- und Gemüseverzehr für kollektive Verdauungsprobleme gesorgt.

Sport macht schlank?

Nö. Sport macht hungrig. Die wenigsten im Fitness-Studio sehen allzu sportlich aus. Eher das Gegenteil. Es macht auch keiner irgendwelche Fortschritte.

Das Trainer-Personal ernährt sich gesund und sieht darum so sportlich aus?

Ich bitte euch: Die fressen nur vom Lieferdienst. Kuchen essen die. Blechweise. Bonbons. Schüsselweise. Sehe ich jeden Tag. Und solche Leute erzählen euch dann, was ihr essen oder nicht essen müsst, um so schön und schlank wie die zu werden? Pahaha, merkt ihr was?

Merke: Gute Schwimmer haben keinen so tollen Körper vom vielen Schwimmen, sie sind so gute Schwimmer wegen ihres Körpers.

It’s all genetics, Baby!

Ich kenne niemanden, wo ich sagen würde, er ernährt sich gesund und ist deswegen älter geworden. Oder sieht sportlich aus, weil er Sport treibt. Dreiviertel meiner Großeltern hat die Mitte der Neunzig erreicht, ein Viertel starb mit Vierzig oder Fünfzig. Die ham sich alle gleich ernährt, aber nicht besonders gesund. Drei Viertel waren bzw. sind fett, einer war gertenschlank.

Ich kenne niemanden, der früh gestorben ist, weil er sich – nach allgemeiner Auffassung – ungesund ernährt hat oder einen ungesunden Lebenswandel führte.

Ich erlebe allein das Gegenteil. Jeden Tag:

Der dreihundert Kilo Mann, der raucht, den ganzen Tag nur Junk frisst und sich von täglich mehreren Litern Cola ernährt und mit allerbester Laune auf die Sechzig zugeht und nach gängiger Auffassung kaum die Fünfzig hätte erlebt haben dürfen?

Check.

Der Tennis-Funktionär, ein Leben für den Sport, körperlich in Bestform, nur leider Schlaganfall mit Mitte fuffzig und seitdem am Stock?

Check.

Der Onkel, der immer so gesund lebte, jeden Tag Müsli, sein Müsli sogar bei Reisen immer dabei hatte und dann völlig überraschend Hirnschlag und Aus?

Check.

Der Kumpel, dessen Eltern beide im kurzen Abstand an Krebs starben, der die Ärzte darum anbetteln musste, eine Krebsvorsorge-Untersuchung machen „zu dürfen“ und die ihm als Grund für die Untersuchung schließlich „psychologische Schwierigkeiten“ hinschreiben mussten, damit die Krankenkasse die Kosten übernimmt, weil er ja überhaupt (noch) gar nicht zur Risiko-Gruppe gehört und schlank und sportlich ist und … hoppla, da fanden wir ja nen Haufen Zeug, der in ein paar Jahren zu Krebs geworden können worden wäre und wie gut, dass Sie rechtzeitig gekommen sind und der seitdem nur noch predigt:

„Es ist alles Genetik.“

Und alle nicken und pflichten ihm bei und trinken ihr Bier.

So lange sie noch können.

So lange die „Genetics“ uns noch lassen.


Die Welt da draußen ist voller Lügen und bringt uns nicht weiter. Verschwenden wir nicht weiter unsere Aufmerksamkeit daran.

P.S.: Als Bonus: Der Vergleich hier hat mir besonders gut gefallen:

Ich konstruiere Ihnen ein stark vereinfachtes Beispiel: 2001 befragen Forscher 100000 Leute zu ihrem Essverhalten. 2011 zeigt sich bei den dickeren Leuten: Statistisch betrachtet, haben sie häufiger in gefütterten Pantoffeln gefrühstückt als die dünnen. Also lautet die Erkenntnis: „Frühstück in gefütterten Pantoffeln macht dick.“ Das ist absoluter Unsinn. Aber so funktioniert Ernährungswissenschaft: Beobachtungsstudien liefern nur Hinweise und vage Vermutungen für richtiges Essen, aber niemals Beweise. Unsere Gesundheit hängt nicht von einzelnen Lebensmitteln ab, sondern vor allem von unseren Genen, der Umwelt und dem sozialen Gefüge, in dem wir leben.

(Aber bitte nicht als Werbung verstehen! Jeder, der was zu Ernährung schreibt, ist ein Scharlatan.)

Ein Kommentar zu „Vergesst Sport. Vergesst „gesunde Ernährung“. Vergesst Ernährungswissenschaft. It’s all genetics, Baby!

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