3000 Kalorien???

Zum Muskelaufbau braucht man laut verbreiteter Meinung einen Kalorienüberschuss. 500 Kalorien sind so die ungefähre Richtlinie. Zähle ich eins und eins zusammen, hieße das in meinem Fall:

3000 Kalorien!!!

WTF???

Das klingt nach einer Godzilla-mäßigen Menge. Das Doppelte von dem, was ich aktuell in mich reinschaufle.

Kein Wunder, wird man dabei fett.

Kein Wunder, muss man dabei fett werden.

Aber geil.

Und einfach. Denn:

Will ich zulegen, fresse ich einfach das Doppelte.

Will ich abnehmen, fresse ich einfach wieder die Hälfte.

Könnte aber echt ’n Problem werden: Ich bin von meinem 1530 Kalorien-Plan schon den ganzen Tag über pappsatt. Mein Plan mag eintönig sein. Mein Plan mag nicht schmecken. Aber eines macht mein Plan nicht: Er lässt einen nicht hungrig zurück. Man dürfte damit satter sein, als von so manchem Junk-Ernährungsplan.

Und davon soll ich dann das Doppelte fressen?

Das klingt ja mal echt nach Arbeit.

Aus der beliebten Reihe „Ich glaub, ich bin schon wieder süchtig“: Heute: Bloggen.

Oah, irgendwie artet da grad schon wieder was aus:

Was mich von der Fresssucht kuriert hat?

Das Schreiben.

Hier taucht seit Oktober 2018 jeden Tag ein Artikel auf?

Nun, das heißt nicht, dass ich jeden Tag nur einen Artikel schreibe. Fragt mich am besten gar nicht, wie viele Artikel ich allein heute „rausgehauen“ habe. Die genaue Zahl könnte Teile der Bevölkerung verunsichern.

Sucht, Sucht, ständig wird hier was von „Sucht“ gefaselt. Jetzt schalt aber mal ’nen Gang zurück!

Klar, „Sucht“ ist natürlich wieder total übertrieben: Dieser Blog ist meine Ersatzdroge. Meine Ersatz-Befriedigung. Und da gibt es einiges zu befriedigen. Würde ich damit aufhören, ich würde sofort wieder in die Fresssucht zurückfallen. Bin ich sicher.

Außerdem räumt Schreiben den Kopf auf. Schreiben hat einen „katharsischen Effekt„. Schreiben hilft gegen alles. Darum schreibe ich: Für mich selbst. Gar nicht um reich und berühmt zu werden. Das nehme ich „im Vorbeigehen“ halt eben so mit.

Wer also irgend ein Problem hat, mit dem er nicht klarzukommen glaubt: Schreiben Sie einfach mal drüber. In ein Tagebuch. Auf einen Zettel. Sie können ihn ja anschließend zerreißen. Aber versuchen Sie es zunächst einmal mit dem Aufschreiben.

Vielleicht hilft’s.

Noch immer zu fett

Wer definiert aussehen will, muss sich nach seinem Spiegelbild richten. Alles andere ist primär.

Ich kann die Waage also wegschmeißen: Lange ich ordentlich hin, habe ich da immer noch ’ne ganze Handvoll Schwabbel an verschiedenen Stellen an mir dran. Ob das noch drei Kilo sind, oder fünf oder mehr: Keine Ahnung. Aber ich kann mich da nicht nach irgendwelchen BMIs richten. Oder nach Erfahrungswerten anderer Leute. Ich kann mich nur nach meinem Spiegelbild richten und danach, wie ich mich fühle.

Einen anderen Maßstab gibt es nicht.

Ich bin also immer noch schlicht: Zu fett.

Das sind keine Hautfalten, die sich noch zurückziehen müssen. Das ist kein Wasser oder sonstwas unter der Haut. Das ist einfach immer noch Körperfett.

Das ist jetzt natürlich Jammern auf allerhöchstem Niveau. Aber wenn man grad so ’nen Lauf hat und sich so gut fühlt, warum sollte man dann damit aufhören?

Was willst du wirklich?

Wenn man sich fragt, warum man das, was man macht, ja, warum macht man das eigentlich? Was ist das Ziel? Was war der Auslöser? Dann ist es wohl mal an der Zeit, seine Prioritäten zu checken.

Was wollte ich mit diesem Blog erreichen?

Ich wollte von meiner Fresssucht loskommen.

Mission accomplished würde ich sagen.

Angenehmer Nebeneffekt: Man wird dünn.

Unerwarteter Effekt: Und man fühlt sich immer besser dabei.

Das Problem:

Ich drohe, meine Aufgabe zu verlieren.

Ich frage mich, wann mein „Ziel“ erreicht ist.

Wie lange ich noch weitermachen soll?

Warum sollte ich überhaupt aufhören?

Und was kommt danach?

Was kann man noch erreichen?

Und: Wird es nicht langsam Zeit für ein anderes Ziel?

Oder sind das alles nur Tricksereien meines Kopfes, der wieder zurück in seine alte Unform will?

Da ist eine große Ungewissheit. Ein Loch. Als man noch fett und fresssüchtig war, da war der Feind direkt vor einem. Die Fronten waren geklärt. Und jetzt? Jetzt versteckt sich der innere Teufel. Hat sich ganz klein gemacht. Eine trügerische Ruhe kehrt ein.

Gleichzeitig merkt man: Wehe, wenn er losgelassen! Ist man unterwegs, schlägt man gern mal wieder über die Stränge. Natürlich alles nur in Maßen. Kein Vergleich zu früher. Aber man isst dann doch andere Sachen, als man es normalerweise tut. Vor allem stelle ich immer wieder fest, dass es gar nichts bringt, sich hin und wieder mal ein wenig gehen zu lassen: Danach gehen die Leistungen immer in den Keller. Auch die Laune lässt „am Tag danach“ zu wünschen übrig. Ich vertrage derartige Energie-„Spitzen“ nicht wirklich. Sie tun mir nicht gut.

Erholung ist eine Lüge. Stabilität ist der Schlüssel. Stabilität sorgt für gute Laune. Für kontinuierliche Leistung.

Es gibt keinen Grund, da auszubrechen. Sich vollzufressen ist keine Erholung. Es ist eine Belastung. Für den Körper. Für den Geist.

Das glaube ich gelernt zu haben.

Anfangs wollte ich vom Fressen loskommen, mittlerweile will ich „in Form kommen“ und habe das Gefühl, noch nicht ganz angekommen zu sein.

Wann werde ich angekommen sein?

Das werde ich genau dann wissen, wenn es so weit ist.

Und was werde ich dann tun?

Meine Träume verwirklichen. Das Umögliche erreichen.

So wie immer.

Was mir an mir gefällt und was nicht

Jetzt wird abgerechnet:

Was mir an mir gefällt:

  • Alle Hosen passen wieder (gut, bald auch nicht mehr, so langsam werden die mir alle zu groß)
  • Ich sehe in Pullovern gut aus, in denen ich bis vor kurzem noch wie ’ne Wurst aussah
  • Ich fühle mich leicht
  • Ich fühle mich gut
  • Ich habe einen wachen Blick
  • Ich finde, ich sehe allgemein sehr gesund aus (gesunde Gesichtsfarbe und so)
  • Ich bin von der Fresssucht losgekommen
  • Ich treibe wieder regelmäßig Sport
  • Psychisch fühle ich mich top!

Was mir an mir nicht gefällt:

  • Ich bin total peinlich schwach
  • … und bin noch nie wirklich stärker geworden
  • … in all den Jahren nicht
  • Ich sehe von den Proportionen her total durchschnittlich aus
  • Mein Training macht mir so langsam keinen Spaß mehr (ein neuer Trainingsplan muss her!)
  • Da gibt es so viele ernährungstechnische Dinge, die ich gern ausprobieren würde
  • Meine Dünnheit ist DAS Thema im näheren Familienkreis – das nervt mich wirklich am meisten
  • Die Ungewissheit (ich weiß, dass ich nichts weiß)
  • Da ist immer noch Schwabbel … wie weit muss ich noch runter, bis der weg ist?
  • Will ich das überhaupt wirklich rausfinden?
  • Wie weit soll ich überhaupt noch runtergehen mit dem Gewicht und warum?
  • Spiegelbild oder Zahlenwerte?
  • Wie soll ich „danach“ weiteressen (was bedeutet „danach“)?

Das Zuckerloch?

Also eigentlich, ja eigentlich müsste ich heute strotzen vor Energie: Gestern schön mit den Kindern ’n paar Kekse reingeknallt. Zucker. Mehl. Schnelle Kohlenhydrate. Laut Ernährungslehre müsste ich meine Glycogen-Speicher wieder richtig schön aufgeladen haben. Im Training müsste ich voller Power sein. Und was ist?

Nichts ist. Scheißdreck ist.

Das mit den schnellen Kohlehydraten und der Energie muss eine Lüge sein. Mal wieder. Anders kann ich’s mir nicht erklären.

Wie oft liest man von den schnellen Kohlehydraten, die man vor körperlicher Anstrengung zu sich nehmen soll?

Bull ist das. Nichts anderes.

Wie oft schon habe ich gedacht, bei dem, was ich mir am Tag vorher reingehauen hab, müsste ich doch eigentlich platzen vor Energie?

Der beschissenste Versuch war mit Red Bull Cola, das gab’s damals noch. Ich meine: Ey, du hast ’nen Red Bull und du hast auch noch Cola. Zucker und Koffein. Die meisten Supplements haben meist auch keine großen Geheimnisse außer Koffein und Zucker. Und was ist?

Nichts ist.

Man lost total ab.

Das Gegenteil muss also der Fall sein: Nimm schnelle Energie zu dir und verliere deine Energie.

Ab auf den Müllhaufen der Marketing-Lügen mit dir!

Tage der Euphorie

Gibt so Tage, da steht man auf, fühlt sich ausgeruht, euphorisch, kriegt sich fast gar nicht mehr ein, so gut geht’s einem. Und danach?

Tja, danach kommt dann meist das tiefe Loch.

Is immer so: Fühlt man sich an dem einen Tag gut, fühlt man sich am nächsten schlecht.

Aber auch anders herum: Fühlt man sich schlecht, weiß man, dass es am nächsten Tag schon gleich wieder besser aussehen wird.

Erfahrung.

Man sollte nur lernen, die guten Tage zu genießen und sich an den schlechten auf die besseren Tag zu freuen. Dann kann das ganz gut funktionieren.

Anfänger würden sich von so was nur runterziehen lassen.

Genieße das Gute, so lange und intensiv du kannst, dann sind auch die schweren Tage nicht ganz so finster.