Das Leben genießen

Essen macht das Leben schön.

Essen und besoffen sein.

Ich sag’s, wie’s ist. Ob Ihre Lieblingsdroge Champagner, Wein oder Schnaps heißt, auf Alkohol macht das Leben mehr Spaß.

Meine Lieblingsdroge heißt Bier. Bier war so ziemlich der einzige Luxus, den ich mir gegönnt habe. Billiges Dosenbier. Nicht das billigste Dosenbier, aber das zweitbilligste Dosenbier.

Jetzt trinke ich nicht mehr/kaum noch und esse nur noch, um das blöde Hungergefühl loszuwerden, das sich drei Mal am Tag bei mir einstellt. Ansonsten besitzt Essen keinerlei weitere Funktion für mich.

Und was mache ich sonst noch, um mein Leben zu genießen?

Nichts.

Nein, ich genieße nicht das Nichtstun, ich genieße mein Leben nicht mehr. Ich lebe. Ich mache Sachen. Ich fülle mein leben mit Sinn. Leben muss nicht Spaß machen. Leben soll Sinn machen. Darum macht man halt Dinge, die einem möglicherweise nicht immer Spaß machen, die aber Sinn machen.

Nicht, dass mir nichts mehr Spaß machen würde oder ich keinen Spaß mehr habe, aber diese Highlights in der Woche, sich mit Kollegen mal wieder so richtig schön vollzufressen, wenn’s mal wieder keine anderen Highlights gab, oder sich das Wochenende über schön einen hinter die Binde zu kippen, das fehlt. Das waren Highlights. Das war Genuss.

Ist es das wirklich wert? Jetzt bin ich schlanker. Schlanker als ich es mir hätte träumen lassen. Dass es so einfach sein würde (im Nachhinein). Kann ich das Schlanksein genießen? Es bedeutet mir nicht wirklich was. Ich bin kein oberflächlicher Mensch oder jemand, der auf Äußerlichkeiten achtet.

Ich bin stolz drauf, es geschafft zu haben. Klar. Wie viele ach so harte Kerle bauen ohne Probleme Muskeln auf, kriegen aber einfach kein Fett runter? Ich bin das Gegenteil: Ich kriege keine Muskeln drauf aber Abnehmen fällt mir leicht.

Wer ist jetzt der harte Kerl hier?

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Payback-Time

Kennen Sie Payback? Dieses angebliche Gutschein-System? Sie bestellen was online und kriegen Punkte gutgeschrieben? Diese Punkte können Sie dann wie ’nen Gutschein für alle möglichen Sachen einlösen?

Für Essen, zum Beispiel. Und jetzt kommen wir zum Problem an der Geschichte: Ein mir nahestehender Mensch macht Payback. Dieser Mensch sammelt Punkte. Payback-Punkte. Und dieser Mensch löst diese Punkte natürlich gern ein.

„Schatz, hast du vielleicht Lust auf Blumenkohl-Reis?“

Falsche Frage. Natürlich habe ich keine „Lust“ auf Blumenkohl-Reis. Ich habe ein orgiastisches Verlangen nach Blumenkohl-Reis.

Nahestehende Person hält mir ihr Smartphone hin und zeigt mir „die Karte“.

Die Karte!

Mein Mund sagt:

„Nö. Danke. Grad nicht.“

Mein Kopf sagt:

BESTELL MIR DIE GANZE VERDAMMTE KARTE EINMAL HOCH UND EINMAL RUNTER!!!

Wie viele Payback-Punkte wären das? Genug für die nächsten zwanzig Jahre?

Wahrscheinlich nicht.

Nahestehende Person: „Hm, aber wenn ich über 25 Euro komme …“

Vielleicht komme ich doch noch an meinen Blumenkohl-Reis. Wie wäre es mit: „Bestell doch morgen Abend. Morgen Abend nache Arbeit würd ich gern Blumenkohl-Reis essen.“

Doch Payback ist gerissen: „Nee, ich muss schon heut noch bestellen. Sonst verfallen die.“

Jedoch: Der Online-Fressladen offenbart ein furchtbare Schwäche:

Nahestehende Person: „Ah, guck mal: Da kost’n Essen ja nur sieben Euro. Da müssten wir ja jeder zwei Portionen essen.“ Nahestehende Person lacht.

Sagte ich „Schwäche“? Orgiastische Fressfreuden keimen in mir auf. Ich verstehe das Problem nicht und möchte Nahestehender Person das Smartphone aus der Hand reißen und drei gottverdammte Gerichte in den Warenkorb legen. Was red ich: Vier gottverdammte Gerichte! Payback hat in mir seinen Meister gefunden. Die lumpigen 25 Euro fress ich dir schon allein weg, Baby!

Doch Nahehstehende Person ist bereits zur nächsten Station ihres Online-Lebens gezogen.

Ich stoße ein kurzes Dankgebet an die Götter und an Payback aus:

„So wird das nichts, Payback.“

Elitäres Denken for the win

Kennen Sie diese Leute, die morgens ’nen Energy-Drink und ’ne Zigarette frühstücken?

Für mich sind das Loser.

Kennen Sie diese Leute, die immer S-Bahn und Bus fahren, statt die zwanzig Minuten zum Bahnhof zu Fuß zu laufen?

Das sind auch Loser.

Kennen Sie diese Leute, die sich zum Rauchen auf dem Balkon sogar hinsetzen?

Loser.

Kennen Sie diese Leute, die sich jeden Morgen was beim Bäcker holen – Junk nämlich – und Ihnen mit dicken Backen kauend entgegenkommen?

Loser.

Kennen Sie Leute, die einfach nicht vom Rauchen loskommen, obwohl sie sich nichts mehr wünschen?

Loser.

Kennen Sie Leute, die ständig wegen ihrem Gewicht rumheulen, statt was dagegen zu machen oder sich einfach damit abzufinden und ihre Aufmerksamkeit auf die wichtigen Dinge des Lebens richten?

Loser.

Kennen Sie Leute, die ständig mehr fressen als sie möchten und ihr Fressen einfach nicht in den Griff kriegen?

Loser.

So einer wie ich.

Bis ich mich entschieden habe, was dagegen zu machen. Hat nicht gleich geklappt. Hat ’n paar Anläufe gebraucht. Hab immer wieder gelost. Egal. Jetzt lose ich nicht mehr.

Elitäres Denken kann helfen. Es ist lustig, die ganze Welt als einen Haufen Loser anzusehen (aber übertreiben Sie’s nicht!). Man will gar nicht „zu denen“ gehören. Auch wenn die einen selber ständig schief angucken, weil man selber einen fetten Arsch hat und niemals auf den Gedanken kommen würden, dass sich diese Person zu einer Elite zählen könnte bzw. alle anderen zu einer Nicht-Elite.

Haben Sie als Fettsack es schon jemals gewagt, sich zu einer Elite zu zählen? Sich nicht wie ein Komplett-Loser zu fühlen, weil die Gesellschaft Sie sowieso nur immer wieder auf Ihren fetten Hintern reduziert? Machen Sie doch einfach mal das Gegenteil. Sie haben sich wahrscheinlich schon viel zu lange selber runtergemacht. Kriegt doch eh keiner mit.

Teilen Sie die Welt in Loser und Nicht-Loser ein. Nehmen Sie sich ein Beispiel an den Nicht-Losern. Zählen Sie sich selbst zu einer imaginären Elite. Seien Sie sich aber stets bewusst, dass diese Elite imaginär ist, Sie nur motivieren soll, nur ein Hilfsmittel ist. Dass im Krieg und beim Kampf gegen die Fress-Sucht alle Mittel erlaubt sind.

Denn wenn Sie es übertreiben, werden Sie so’n elitäres Arschloch. Elitäres Denken führt zu Arschlochtum. Das ist ’n ganz schmaler Grat. Lernen Sie, das elitäre Denken zu beherrschen, sonst wird das elitäre Denken irgendwann Sie beherrschen.

Bleiben Sie lieber fett, als irgend so ein elitäres Arschloch zu werden.

Nur ’ne Empfehlung.

Aber das schmeckt doch gar nicht …

Telefonieren mit Muttern:

„Was gibt’s sonst Neues?“

„Hab mich gewogen. Zum ersten Mal seit fünf Monaten.“

„Und?“

Hab 15 Kilo runter.“

„Boah, ey! Wie hast’n das geschafft?“

„Nur mit Fressen.“

„Was hast’n gegessen?“

„Och, so anders hab ich gar nicht gegessen: Morgens, abends Schwarzbrot. Mittags Bohnen und Mais. Nichts dazwischen.“

„Und nichts dazwischen. Genau. Hach, wenn man doch selber …“ Muttern hat Gewichtsprobleme (aber sagen Sie’s ihr nicht).

„Aber keine Dosenbohnen. Die koch ich selber. Ohne alles.“

„Tust du da nichts dran? Keine Gewürze?“

„Nö.“

„Aber das schmeckt doch gar nicht.“

Und genau darum geht’s, meine lieben Freunde: Ihr Außenstehenden wollt wissen, warum wir so fett werden? Von Essen? Ihr versteht das gar nicht?

Richtig: Ihr versteht das nicht. Und freut euch darüber. Das Geheimnis unserer wunderschön dicken und drallen Körper ist der orgiastische Effekt des Geschmackes! Das Essen schmeckt uns einfach zu gut! Wir können einfach nicht damit aufhören! Wir kriegen einfach nicht genug! Und es gibt so viele leckere Sachen da draußen. Und all die leckeren Sachen warten nur drauf, von uns gegessen zu werden. Dazu sind sie ja schließlich da. Und außerdem soll man sein Leben ja auch mal genießen. Fünfe grade sein lassen. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein und so.

Kennen Sie Diät-Bücher?

Schlank im Schlaf.

Schlank ohne Hungern.

Schlank durch Hypnose.

Schlank ohne Verzicht.

Schlank wie von selbst.

Oder noch besser:

Schlank mit Genuss.

Genuss! Da steht’s. Genau der ist nämlich das Problem: Der Genuss. Ich muss Ihnen im Gegensatz zu allen anderen leider sagen: So ganz von selbst, ohne jede Einschränkung, „mit Genuss“ oder so ’nem Scheiß, werden Sie niemals (langfristig) abnehmen. Der Genuss muss weg! Das ist die Geheimformel. Es ist so simpel.

Je nachdem, in welchem Stadium von Fress-Sucht Sie sich befinden, werden Sie jetzt denken:

„Wie? Mehr nicht?“

Oder Sie werden in Panik verfallen, weil Sie plötzlich merken:

„Aber Essen ist das einzig Schöne in meinem Leben!!!“

Tja, da haben wir den Salat. Essen gut und schön. Aber wenn Essen das einzig Schöne in Ihrem Leben ist, haben Sie ein ganz anderes Problem. Und dieses Problem ist nicht Ihre Ernährung.

Vielleicht geht es Ihnen wie mir und Ihnen ist einfach langweilig. Lenken Sie sich von der Langeweile ab. Bloggen Sie darüber. Aber: Greifen Sie NIEMALS aus Langeweile zu irgendwas zu essen!!! Fangen Sie das gar nicht erst an. Gönnen Sie sich NIEMALS nach ’nem anstrengenden Tag irgendwas ganze Besonderes zum Abendessen. Es ist der Pfad Ihres Untergangs. Es war mein Pfad des Untergangs. Und es fing ganz, ganz harmlos an.

Der Rest ist Legende. Es hat lang gedauert, aber ich bin auf ’nem guten Weg. Und wenn ich das kann, können Sie das auch.

Es gibt keine Tricks. Es gibt keine Geheimnisse.

15 Kilo hab ich runter.

In fünf Monaten.

Wie ich das gemacht habe?

Kein Junk. Kein Alkohol. Kein Leben. Mit einem Wort: Weniger fressen.

Ich übertreibe. Dennoch:

Mit den 15 Kilo hätte ich selber nicht gerechnet. Ich rechne mit einem halben Kilo pro Woche, macht zwei Kilo pro Monat, macht in fünf Monaten zehn Kilo bei einem Startgewicht von 101 kg gleich 91 kg.

91 kg? Nach fünf Monaten Behelschung?

Das ist unbefriedigend! Ich fühle mich jetzt schon wie mit 60 Kilo! Total dürr fühle ich mich, ohne wirklich dürr zu sein. Die 90 ist so ’ne magische Grenze. Alle Zehnerzahlen sind magische Grenzen. Die nächste magische Grenze ist dann die 80. Will ich die überhaupt unterbieten?

Hatte erst gestern ’ne Diskussion mit meiner Frau drüber. Ob ich wieder dünn werden wollte?

Ob ich wieder dünn werden will? Keine Ahnung. Ich gefalle meiner Frau, so wie ich aussehe. Was kann Mann sich von seinem Aussehen mehr wünschen, als der eigenen Frau zu gefallen? Wer seiner Frau gefällt, hat optisch alles erreicht, was sich zu erreichen lohnt. Alles drüber hinaus ist nur noch Eitelkeit.

Ich hab das Ganze nur angefangen, um meine Hefeweizen-Junk-Fress-Speck-Titten loszuwerden. Dazu habe ich mir eine Ernährung angewöhnt, die ich beibehalten möchte. Diese Ernährung funktioniert. Ich bin drin. Ich muss nie hungern. Ich möchte gar nicht anders essen. Ob ich durch diese Ernährung dann irgendwann „wieder dünn sein werde“, ist mir eigentlich egal.

Natürlich packt einen gleich ein gewisser Ehrgeiz: Hab mich heute im Gym zum ersten Mal seit fünf Monaten wieder gewogen und dem nächstbesten Kerl meinen Schock gleich mitteilen müssen:

„Fuck, hab 15 Kilo runter. In fünf Monaten. Hab mich grad zum ersten Mal wieder gewogen.“

Der so: „Sehr gut. Hatte ich mir schon gedacht, wo ich dich gesehen hab. Jetzt heißt’s: Halten.“

„Halten? Wieso halten? Noch weiter runter. Wieder Klimmzüge machen. Laufen gehen und so weiter.“

Musste mich natürlich auch der Putzfrau mitteilen, die mich beim letzten Training so entsetzt auf meinen Gewichtsverlust angesprochen hatte:

Ich: „15 Kilo.“

Sie so: „Gut gemacht, mein Großer.“

„Nur durch Fressen.“

„Ja, so mach ich’s auch immer.“

Um nochmal auf meine Frau zurückzukommen. Ob ich wieder dünn werden will? Schwierige Frage: Ich wiege, wie ich esse. Jetzt esse ich so, also wiege ich das. Irgendwann werde ich vielleicht so essen, dann wiege ich halt so und so viel. Ich nehme nicht ab, um irgendwie toll auszusehen. Ob ich hundert oder siebzig Kilo wiege, ich gefalle mir sowieso nicht. Ich sehe nie „definiert“ aus. Meine Frau fand mich dünn auch nicht schön. Aber „interessant“ sah ich irgendwie aus, sagte sie.

Aber es gibt Ziele, die ich erreichen möchte: Wieder Klimmzüge schaffen, zum Beispiel. Wer schafft heutzutage noch Klimmzüge? Laufen gehen wie früher. Früher bin ich die Woche fünfzig Kilometer gejoggt. Das sind Fähigkeiten. Diese Fähigkeiten habe ich verloren. Jetzt wird es Zeit, dass ich sie mir wiederhole. So wie ich mir alles hole, was ich haben möchte. Ich verdiene mir die Sachen einfach. Das ist meine Stärke: Ich kann warten. Ich habe Geduld.

Weniger fressen ist der Anfang. Der Rest ist nur noch warten.

Fett aufm Fest

Wissen Sie, warum Eltern immer fett werden? Weil es ständig was wegen der Kinder zu feiern gibt. Und „feiern“ heißt „fressen“. Ist doch schön. Normalerweise. Für normale Leute. Für Leute, die nicht fett sind.

Nicht so wie ich.

Es ist November und es geht schon los: Halloween. Laternenfeste. Sankt Martins-Feste. Herbstfeste. Kürbisfeste. Schulfeste. Kindergartenfeste. Man kommt aus dem Feiern gar nicht mehr raus. Ach ja: Geburtstagsfeste. Ständig hat wer Geburtstag. Von allen Seiten halten einem Menschen Junk entgegen. Überall steht Zeug rum, das einem quasi von selbst in den Mund springt. Kekse, Bonbons, Brezeln. Überall liegt die Scheiße rum. Alles in handlichen Portionen. Nur noch zugreifen. [Warum sind Menschen nicht fähig, auch mal mit nicht-Ungesundem zu feiern? Ach ja: So was machen nur Ökos. Und wenn man fett ist, isses eh egal, ob das Zeug, das man sich in übertriebenen Mengen reinstopft, gesund ist oder nicht: Es macht uns so oder so fett.]

Lieben Sie Spekulatius auch so wie ich?

Wetten nicht?

Niemand frisst so viel Spekulatius wie ich. Mein Verbrauch an Spekulatius wird nur noch von meinem Verbrauch an Christstollen übertroffen. Gelobt sei die Weihnachtszeit! Es gab Zeiten, da aß ich jeden Tag ’nen halben Christstollen zum Nachtisch. Nein, das war gelogen: ’nen dreiviertel Christstollen zum Nachtisch. Bis es mir irgendwann selbst zu viel wurde.

Was die vergangenen Feste angeht, schlage ich mich recht tapfer: Gestern lauerten alle möglichen Versuchungen auf mich. Waffel-Duft lag in der Luft. Es gab Punsch. Es gab Glühwein. Es gab Stockbrot.

Nicht für mich.

Für mich gab’s ’nen Kaffee. Einen Kaffee. Schwarz wie die Seele. Stark wie die Hölle. Kaffee Chuck Norris-Art: Schwarz. Und ohne Wasser.

Und zwei Schluck Tee. Das war’s. Mehr nicht.

Wird wohl mal wieder Zeit, seine Perspektive zu ändern. Wir gehen auf jedes Fest, um unserer Fress-Sucht zu zeigen, wie wenig sie uns noch in der Hand hat. Dass wir sie besiegt haben. Dass sie nichts mehr zu melden hat. Dass wir jeder, wirklich jeder Versuchung widerstehen können. Um uns zu beweisen.

Ab sofort setzen wir uns jeder Versuchung nur noch aus, um unserer Fress-Sucht zu zeigen, was für harte Kerle wir geworden sind. Wir lassen uns nicht mehr beherrschen. Wir sind Herr über uns selbst.

Fress-Sucht: Fick dich!

Ich werde eines frühen Todes sterben

Warum? Weil: Sitzen verkürzt das Leben. Wer viel Zeit in Stuhl und Sessel verbringt, verringert damit seine Lebenserwartung. Und kann das noch nicht einmal als fleißiger Sportler wieder ausgleichen.

Gut. Kann ich mir das Sportler-Dasein also gleich schenken. So viel wie ich sitze. Darum bin ich übrigens auch fett. Weil ich mich so gut wie gar nicht bewege. Ich arbeite …

… im Sitzen.

Meine Hobbies:

Alle im Sitzen.

Als da wären:

Filme gucken …

… im Sitzen.

Mit den Kindern spielen …

… im Sitzen (oft zumindest).

Musik machen …

… im Sitzen.

Videospiele …

… im Sitzen.

Am Computer Sachen machen …

… im Sitzen (unbequem ist mein ach so toller Bürostuhl auch noch).

Dieser Blog …

… im Sitzen.

Bücher lesen …

… im Sitzen.

Essen …

… im Sitzen.

Trinken …

… im Sitzen.

Mache ich irgendwas, wo ich nicht sitze?

Mal überlegen:

Weg zur Arbeit:

S-Bahn …

… ich sitze.

Bus …

… ich sitze.

Nochmal: Irgendwas wo ich nicht sitze.

Na klar: Schlafen. Da liege ich zumindest. Ich komme also wenn’s hochkommt vielleicht auf zwei Stunden pro Tag, an denen ich nicht sitze oder liege. Das sind Teile meines Weges zur und von der Arbeit, den Rest verbringe ich sitzend oder liegend.

Das Ganze betreibe ich schon seit mehr als ’nem Vierteljahrhundert. Wahrscheinlich müsste ich schon längst tot sein. Werde ich die fünfzig erleben? Die sechzig? Wie lange habe ich noch? Der Schaden, den das Sitzen anrichtet, ist schließlich irreparabel.

Toll.

Darum fühle ich mich auch wie so’n Müllhaufen. Weil ich ständig, wirklich ständig sitze. Sogar im Gym auf den meisten Geräten sitzt man.

Na ja, mittlerweile mache ich ja was dagegen: Ich laufe so viel wie möglich zu Fuß. In der S-Bahn stehe ich mittlerweile. In der Mittagspause gehe ich spazieren. Letzte Woche hab ich’s abends ’n paar Mal hingekriegt, noch spazieren zu gehen. Ins Gym komme ich ja schon seit Monaten nicht mehr, aber immerhin laufe ich viel in der Gegend rum. Mal wieder joggen wäre auch nicht verkehrt. Wenn ich nicht schon wieder verrotzt wäre. Diese verdammten Temperaturwechsel machen einen aber auch fertig.

Tja, wie man’s dreht und wendet: Die Katze ist in den Brunnen gefallen. Machen wird das Beste draus. Verbringen das bisschen Zeit, das wir noch haben in Bewegung und freuen uns jeden weiteren Tages, den wir noch haben.