Wie ich zur Zeit esse

Hallo allerseits!

Still geworden ist es hier die letzte Zeit. Der Blog war irgendwann mehr Last als Lust. Warum sollte ich das mir und den geschätzten Lesern antun?

Untätig bzw. vom Weg abgekommen bin ich trotzdem nicht: Habe ein weiteres Kilo verloren, was dann insgesamt – von kurzfristigen Schwankungen mal abgesehen – eine Gewichtsabnahme von -32 kg macht.

Hier mal der aktuelle Fressplan:

Frühstück: 619 kcal

  • 100 g Mandeln (619 kcal)

Mittag: 475 kcal

  • 300 g Bohnen (333 kcal)
  • 171 g Dosen-Mais (142 kcal)

Abend: 500 kcal

  • 100 g Haferflocken (374 kcal)
  • 300 ml Hafermilch (126 kcal)

Macht schon mal: 1594 kcal.

Dazu gesellen sich noch – und das ist die große Änderung:

  • ca. 1 kg rohes Gemüse (~ 300 kcal)

Macht also irgendwas so um die 1894 kcal am Tag.

Weiterhin gilt:

  • Kein Kaffee
  • Kein Alkohol
  • Kein Junk

Ja, liebe Leute: Ich lebe den Traum: Große Mengen essen und trotzdem abnehmen. Das Leben kann so einfach sein.

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Ich schlittere da schon wieder in was rein

Abgenommen.

Erfolgreich.

Was jetzt?

Na: Die Zügel etwas lockerer lassen.

Das Problem: Das klappt leider nicht. Wir verlieren schnell mal wieder die Kontrolle über das, was wir essen wollten und dem, was am Ende des Tages dabei zusammenkommt.

Das Fressen nach Fressplan ist dabei Teil des Problems:

Wer seine Nährstoffe und Kalorien auf drei Mahlzeiten verteilt, isst möglicherweise mehr, als er zu dieser Tageszeit normalerweise essen würde.

Ich habe mein Leben lang quasi nie gefrühstückt.

Jetzt knalle ich mir morgens entweder nen Haufen Erdnussbutter oder ne zünftige Ladung Mandeln rein. Meine größte Mahlzeit esse ich, wenn ich am wenigsten Hunger habe.

Und abends lose ich grade immer ab, weil ich zu dieser Zeit am meisten Lust zu essen habe. Keine Ahnung, woran das liegt. Aber sich vorzunehmen, abends nur Haferflocken oder Mandeln/Erdnussbutterbrot zu essen ist jetzt schon zwei Tage in Folge schief gelaufen.

Zwei Tage scheinen nicht viel, aber sie sind der Anfang.

Und ich schaufle mir auch keinen Junk oder übertriebene Mengen rein. Nur lauter gutes Zeugs. Aber ich bemerke schon wieder den Kontrollverlust. Und darum geht es.

Es geht nicht darum, ob ich mir viel zu viel oder nur ein bisschen mehr oder ob ich mir gutes oder schlechtes Zeuch reingestopft habe. Es geht um Kontrolle.

Mein Kopf fängt schon wieder an, mich zu all den kleinen gesunden „Sünden“ und Leckereien zu verführen. Klar: Andere wären froh, wenn sie so sauber essen würden. Aber die Menge gerät mir außer Kontrolle.

Was dagegen hilft: Drüber schreiben. Habe ich hiermit getan. Beobachten. Wachsam sein. Ein neues Ziel definieren. Was soll das Ziel sein? Was will ich ändern. Was will ich erreichen?

Zeit, für einen Tapetenwechsel, schätze ich. Einfach mal was Neues ausprobieren.

Wir werden sehen.

Schlank sein muss reichen

Ich weiß nicht, ob jemand hier das anders sieht, aber: Wer dauerhaft schlank sein möchte, für den gibt es kein Zurück mehr.

Sonst wird er wieder fett.

Noch fetter als vorher.

Nur damit wir uns richtig verstehen.

Warum ich das schreibe: Immer wieder hört man von Leuten, die fett waren, dann dünn wurden und danach wieder fett. Meist sogar noch fetter als vorher.

Daraus schließt man dann, dass Diäten nichts bringen bzw.: Diäten machen fett.

Nun, dabei ist die Erklärung doch so einfach (und gleichzeitig so schwer):

Eine Diät kann nur so lange wirken, wie sie eingehalten wird. Kehrt jemand in seine frühere Ernährung zurück, kehrt er auch in seiner früheren körperlichen Ausmaße zurück. Plus Reserve. Denn: Unser Körper will niemals nicht Gewicht verlieren. Gewicht verlieren ist für ihn der Super-GAU. Es gibt für ihn nichts Schlimmeres, als Gewicht zu verlieren. Wir könnten ja verhungern. Darum packt der eine Reserve oben drauf. Und manipuliert unsere Köpfe auf alle erdenklichen Arten. Und unseren Stoffwechsel.

Ich sage es immer wieder: Wer nach dem Abnehmen wieder fett wird, ist schlichtweg normal. Unsere Körper ticken so. Die sollen so ticken. Das soll so passieren. Dagegen kommt man nicht an. Evolution und so.

Für unseren Körper ist es wichtiger, nicht zu verhungen als auf das Cover der nächsten Vogue zu kommen.

Unser Körper vermutet hinter jeder Ecke den Hungertod. Muss(te) er auch in einer feindlichen, gefährlichen Welt, in die er noch vor wenigen tausend Jahren geworfen wurde.

Darum gibt es nur sehr wenige Menschen, die nach dem Abnehmen ihr Gewicht mehr oder weniger halten können.

Das Einzige, was hilft, um dauerhaft dünn zu bleiben: Weitermachen. Auf seine Ernährung achten. Gegebenenfalls anpassen. Ein Leben lang.

Gar nicht mehr um abzunehmen.

Schlank bleiben muss reichen.

So’n Blog

Ich vergesse meine eigenen Tipps.

Keine Ahnung, wo ich den wieder versteckt habe, aber irgendwo schrub ich:

  • Statt zu fressen: Schreiben Sie einen Blog-Artikel.

Da liegt er in der Schublade und wartet auf mich. Denn ich habe einen Fehler begangen: Ich habe Eiweiß-Riegel gebunkert, statt heute Morgen nur einen einzelnen in den Rucksack zu packen. Ich habe einen weiteren Tipp von mir vergessen. Ich habe gegen mein eigenes Gesetz verstoßen und jetzt kriecht Mephisto aus seinem Loch.

Meine Birne fackelt ein Fressreflex-Motivations-Gewitter ab, denn es kommen gleich mehrere Faktoren zusammen (ich sehe schon: Mephisto fährt schwere Geschütze auf):

  • Ich habe bereits zwei Riegel verdrückt. Jetzt ist sowieso alles egal. (Merke: Es ist niemals alles egal.)
  • Ich trinke grad einen Tee. Nichts auf der Welt würde jetzt besser dazu passen, als diesen Riegel zu essen. (Hab ich mir beim zweiten Riegel auch schon eingebildet.)
  • Es ist der letzte. Wenn ich ihn jetzt nicht esse, verschwindet er und in Afrika sterben Kinder.

Aber jetzt weiß ich: Das Ding hat keine Chance. Ich werde es nicht essen. Weil ich darüber geschrieben habe. Weil ich diesen Artikel geschrieben habe.

So’n Blog kann einem bei so was ganz schön behilflich sein.

Kaffee – War da was?

Ich erkläre meine Kaffee-Gewohnheit für überwunden (Kaffee-„Sucht“ erscheint mir ein paar Nummern zu groß – wir wollen nicht immer gleich von „Sucht“ sprechen).

Wann ist eine Gewohnheit überwunden?

Wenn Situationen keine Gewohnheitsreflexe mehr auslösen.

Sie brauchen morgens erst mal ne Tasse Kaffee, ansonsten sind Sie zu nichts zu gebrauchen?

Gewohnheit.

Ihr Körper/Kopf ist gewohnt, morgens erst mal mit ner Tasse Kaffee in den Tag geschubst zu werden.

Während meiner Fresssucht habe ich auf Stress auf der Arbeit mit unbändigem Heißhunger auf Döner reagiert. Ich konnte an nichts anderes denken, als mittags in nen Döner zu beißen.

Und wie komme ich jetzt drauf, meine Kaffee-Gewohnheit überwunden zu haben?

Es ist Sommer. Es ist heiß. Man schläft erst sehr spät, weil es zu heiß zum Schlafen ist. Man wacht morgens auf, ist müde …

… und mein Kopf denkt nicht mal drüber nach, sich einen Kaffee einzuverleiben. Kaffee spielt keine Rolle mehr.

Ich habe Kaffee „vergessen“. Genau so, wie ich all die Fressflexe „vergessen“ habe.

Man ist halt mal müde, wenn man abends erst spät ins Bett geht.

Aber wenn man mal ne Weile auf Kaffee verzichtet hat, kommt man da auch relativ schnell wieder von selber raus. Das ist nicht diese Müdigkeits-Total-Zerstörung, aus der uns nur n heftiger Kaffee herausführen kann. Das ist einfach stinknormale Müdigkeit.

Da unser Schlaf ohne Kaffee besser ist, sind wir nicht mehr so völlig am Boden.

So weit, so gut. Das klappt vielleicht jetzt im Sommer. Wenn’s heiß und sonnig ist. Wie das im Winter wird, ist jetzt ne ganz andere Geschichte.

Wir weden sehen.

„Du bist gut in Form“

Die Schulzeit. Länger her, als viele von uns es für möglich halten. Wer erschreckt nicht, wenn er feststellt, dass er bereits seit so vielen Jahrzehnten außer Schule raus is?

Und wie es so ist im Leben, geht die Zeit an keinem von uns spurlos vorbei.

Im Garten bei Kumpels: Ich treffe Leute, die ich seit fünfzehn Jahren nicht mehr gesehen habe. „Scheiße, sieht der fertig aus“, geht es mir durch den Kopf. Tja, bewegte Biographie. Ich ging weg von hier, er „startete voll durch“. Drogen, zu Hause rausgeflogen, man kennt das ja. Dass er mal der Fetteste von uns sein würde, hätte er niemals gedacht. Alle lachen. Na ja, nicht wirklich.

Ich grüße ein fremdes Mädel. Meine Frau ist irritiert: Sie kann nicht sagen, ob es sich um eine Schulkollegin von mir oder eine Arbeitskollegin meiner Mutter handelt. Tja, so ist das mit den Leuten hier. Mit denen, die hier geblieben sind. Nicht wenige sehen zehn/zwanzig Jahre älter aus, als sie sind.

Später. Meine Frau erschreckt und sagt zu mir: „Du bist gut in Form. Kannst froh sein.“ Was war passiert? Auf Facebook stieß sie auf das Profil eines ehemaligen Schulkollegen. Auf dem Bild mit seiner Mutter sehen die beiden aus wie ein Ehepaar.

Also ich weiß ja nicht: Mein Lebensstil scheint ja manchen extrem oder seltsam anzumuten, aber darüber, dass ich mich angeblich so gut gehalten habe, freue ich mich an dieser Stelle jetzt einfach mal. Daran, dass die Götter mich mit irgendwelchen guten Genen segneten, habe ich so meine Zweifel …

Ich bin jetzt angekommen

Gut, ich kann wieder loslegen mit der Sauferei: Ich habe jetzt alle Personen durch, die mich noch von früher kennen, und sie alle scheinen akzeptiert zu haben, dass ich die Sauferei ad acta gelegt habe. Niemand da, der mir irgendwas aufschwatzt, der sich wundert oder das Gesicht verzieht.

Interessant auch die Gespräche, wo Leute selber erzählen, dass sie da zur Zeit kürzer treten, irgendwie das Gefühl haben, da möglicherweise selbst ein Problem zu haben oder ihre Mengen bereits seit einiger Zeit reduziert haben.

Das war ja einfach. Wo bleibt die Herausforderung?

Wenn das so einfach geht, kann ich’s ja gleich wieder lassen.

Oder auch nicht.